Führung durch das Textilviertel

24. Juli 2011

Über Vergangenheit und Gegenwart des Textilviertels informierte der Historiker Thomas Felsenstein bei einem Rundgang am Sonntag, 24. Juli 2011, zu dem die SPD Ortsvereine – Ulrich und Textilviertel eingeladen haben.

Dort wo heute noble Wohnviertel entstehen war die Vergangenheit der für Augsburg bedeutenden Textilindustrie vor allem seit den 20-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Trotz unsicherer Wetterlage machten sich etwa 30 Interessierte mit ihm auf den Weg vom Fabrikschloss der ehemaligen SWA über das Proviantbachquartier zum Glaspalast. Die Lechkanäle brachten die Wasserkraft zum Antrieb der Webstühle. Und die lange Geschichte der Weberei in Augsburg schlug sich in ein Potential von erfahrenen Arbeitskräften nieder. Überwiegend seien es Frauen gewesen, die dort unter heute kaum vorstellbaren Bedingungen mit Lärm und Schmutz eine Arbeit gefunden haben. Noch in den 20-iger Jahren erreichten sie durch Streik einen 10 Stunden Tag der vorher 13 Stunden betrug und meist noch durch Überstunden erweitert wurde. Der Bau des Glaspalastes war die Folge dieses Streiks, in dem durch leistungsfähigere Maschinen der Arbeitskräftebedarf verringert wurde. Nahe der Fabrik liegende Wohnungen sollten eine schnelle Erreichbarkeit der Fabrik ermöglichen. Darin wohnende Arbeiterinnen und Arbeiter waren mit ihrem Arbeitsvertrag an den Mietvertrag gebunden und damit an ihren Arbeitsplatz gebunden, der zudem schlecht bezahlt wurde. Wo einst Webstühle standen, entsteht heute mit dem „Neuen Proviantbachquartier“ ein nobles Wohnviertel mit Wohnungen bis zu 200 Quadratmeter Wohnfläche. Stadtrat Karl-Heinz Schneider und Bezirksrat Wolfgang Bähner ergänzten den Vortrag zum Niedergang der Augsburger Textilindustrie in den späten 70-iger und frühen 80-iger Jahren. Letztlich ein sehr informativer Spaziergang der Thomas Felsenstein mit Applaus und Dank durch den Ortsvorsitzenden des SPD OV – Ulrich, Dr. Frank Mardaus quittiert wurde.

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